Ministerium der Finanzen

29.06.2001Rechenzentrum der Finanzverwaltung | 32/2001

Jährlich 5 Mio. Briefe

Cottbus - Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe und Finanzstaatssekretär Karl-Peter Schackmann-Fallis weihten heute mit einer symbolischen Schlüsselübergabe das neue Finanzrechenzentrum des Landes in Cottbus ein. Es gehört zur Oberfinanzdirektion Cottbus. Nach etwa eineinhalbjähriger Bauzeit ist es seit Anfang März in Betrieb und habe, so Schackmann-Fallis, "seine Feuertaufe bereits bestanden". Durch den Neubau, dessen Herzstück ein Roboter und der zentrale Rechner sind, werden die Arbeitsbedingungen für die rund 70 Mitarbeiter wesentlich verbessert.

Die Baukosten für das Rechenzentrum der Finanzverwaltung lagen bei rund 14 Mio. Mark. An dem Bau, der auf einem früheren sowjetischen Militärgelände im Süden von Cottbus liegt, waren 39 Firmen aus der Region beteiligt. Das zeige, so Schackmann-Fallis, "dass die Investitionen des Landes unseren mittelständischen Unternehmen direkt zu Gute kommen".

Ministerpräsident Stolpe hob hervor, es sei ein "neues, leistungsfähiges und mitarbeiterfreundliches Rechenzentrum entstanden, das in Cottbus nach den Neubauten der Brandenburgischen Technischen Universität einen weiteren Akzent moderner Architektur setzt".

Stolpe fügte hinzu: "Sicherheitstechniker hätten wohl am liebsten einen abgeschlossenen Bunker errichtet, um den Großrechner, der äußerst sensible Daten speichert, optimal zu schützen und zu kontrollieren. Er liegt nun tatsächlich im fensterlosen Kern des Neubaus, ist aber ummantelt durch den Bürotrakt, der großzügige Tageslichtarbeitsplätze bereit hält." Auch Finanzstaatssekretär Schackmann-Fallis betonte, es sei ein besonders hoher Wert auf die Datensicherheit gelegt worden. "Das neue Rechenzentrum ist mit modernster EDV- und Sicherheitstechnik ausgestattet."

Das Finanzrechenzentrum ist zentraler Dienstleister für die Steuerverwaltung des Landes. Jeder Einzelarbeitsplatz in den Finanzämtern ist mit ihm verbunden. Das Zentrum berechnet und speichert steuerliche Daten; es managt Druck und Versand von jährlich ca. 5 Mio Briefsendungen. Im Rechenzentrum werden alle steuerlichen Daten Brandenburgs dokumentiert und die Steuereinnahmen - durchschnittlich 45 Mio DM täglich - verbucht.

Karl-Peter Schackmann-Fallis: "Jeder Mitarbeiter der Finanzämter kann auf die aktuellsten Daten zugreifen. Dadurch können die einzelnen Steuererklärungen schneller bearbeitet und Fehler bei den Berechnungen vermieden werden".

Seit 1991 wurden weit über 400 Steuerrechtsänderungen automationsgestützt umgesetzt, davon etwa ein Drittel allein in den letzten zwei Jahren. In diesem Zeitraum stiegen auch die Fallzahlen der Finanzämter deutlich an. So nahmen die Einkommenssteuerveranlagungen von knapp 500.000 im Jahr 1991 um rund 75 Prozent auf jetzt deutlich über 800.000 Fälle zu. Gleichzeitig erhöhte sich das insgesamt durch Brandenburger Finanzämter eingenommene Steueraufkommen von 4 Mrd. DM auf inzwischen fast 10 Mrd. DM. Schackmann-Fallis: "Diese Leistungen sind ein Verdienst jedes einzelnen Mitarbeiters, aber ohne EDV nicht denkbar."

Ministerpräsident Stolpe nutzte die offizielle Eröffnung des Finanzrechenzentrums dafür, erneut für den Erhalt von Verwaltungsarbeitsplätzen am Standort Cottbus zu werben. Stolpe sagte: "Wir haben bei der Bundesregierung in der Vergangenheit intensiv dafür geworben, Kapazitäten der Bundesvermögensabteilung in Cottbus zu belassen. Wir werden uns auch künftig mit allem Nachdruck für die strukturschwache Region einsetzen und versuchen, eine positive Entscheidung des Bundes zu erwirken. Es gibt auch schon durchaus vorsichtige positive Signale. Von unserer Seite ist in jedem Fall eine optimale Unterbringung sicher gestellt. Der Bürobedarf der Bundesvermögensverwaltung der Oberfinanzdirektion Cottbus gehört zum festen Bestandteil der Baumaßnahmen in Sachsendorf. Lassen Sie uns also am heutigen Tag zuversichtlich sein, dass wir bald Planungssicherheit haben."

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