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Keine Belege mehr bei der Abgabe der Einkommensteuererklärung

Einreichung von Belegen nur noch nach Aufforderung

Steuern-Karteireiter Neues Fenster: Bild - Steuern_Karteireiter - vergrößern Steuerinformation ©Falko Matte/fotolia.de

Mit der Einkommensteuererklärung des Jahres 2017 ändert sich in den Finanzämtern der Umgang mit Belegen. Während in der Vergangenheit Belege bereits mit der Einkommensteuererklärung einzureichen waren, müssen Sie zukünftig Belege nur noch dann vorlegen, wenn Sie das Finanzamt dazu auffordert.

Es ist auch nicht mehr zweckmäßig, Belege schon mit der Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einzureichen, da diese nur noch in Ausnahmefällen benötigt und gesichtet werden. Es kann daher sein, dass Belege, die Sie zur Steuererklärung eingereicht haben, nach Bearbeitung der Erklärung zunächst ungeprüft zurückgesandt und zu einem späteren Zeitpunkt (z. B. in einem Einspruchsverfahren) gegebenenfalls wieder angefordert werden.

Das ELSTER-Merkblatt „Umgang mit Belegen zur Einkommensteuererklärung“ finden sie hier.

Die gesetzlichen Aufbewahrungspflichten sind weiterhin zu beachten. Bitte bewahren Sie Belege bis zum Ablauf der Einspruchsfrist und nach Einlegung eines Einspruchs oder einer Klage bis zum endgültigen Abschluss des Verfahrens auf. Belege, die für mehrere Jahre von Bedeutung sind (z. B. ärztliche Atteste), sollten entsprechend länger aufbewahrt werden. Zuwendungsnachweise (z. B. Spendenbelege) sind bis zum Ablauf eines Jahres nach Bekanntgabe der Steuerfestsetzung aufzubewahren.

Darüber müssen auch Privatpersonen Rechnungen für die Dauer von zwei Jahren aufbewahren, wenn die erbrachten Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück stehen. Das können beispielsweise haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen sein. Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die Rechnung ausgestellt worden ist.

Alle erforderlichen Angaben in der Steuererklärung vornehmen

Die Finanzämter brauchen eine möglichst vollständige, konkrete und aussagekräftige Darstellung des Sachverhalts in der Steuererklärung. So könne auch Beleganforderungen durch die Finanzämter auf ein Minimum reduziert werden.

Das setzt voraus, dass Sie den Inhalt der in der Steuererklärung geltend gemachten Maßnahme so konkret wir möglich formulieren:

Beispiele für eine nicht aussagekräftige Darstellung:

Spende 250 €

Fortbildung 700 €

Reparaturen 800 €

Beispiele für eine aussagekräftige Darstellung:

SOS-Kinderdorf (06/2017) 250 €

Ärztekongress München (16.-18.05.2017) – Teilnahmegebühr 700 €

26.06.2017: Lohnanteil Reparatur Heizung (Heizungsbau GbR) 800 €

 

Des Weiteren ist wichtig, dass Sie die in der Steuererklärung geltend gemachten Sachverhalte (z. B. Werbungskosten, Spenden, Haushaltsnahe Dienstleistungen) nicht als Gesamtsumme, sondern möglichst in Einzelpositionen aufschlüsseln. Insbesondere bei der Anlage V (Vermietung und Verpachtung) und der Anlage EÜR (Einnahmenüberschussrechnung) ist es dringend erforderlich, die Einzelpositionen einzutragen, um dem Finanzamt alle relevanten Informationen für eine Bearbeitung zu liefern.

Einführung einer neuen Zeile „Ergänzende Angaben zur Steuererklärung“

Soweit Sie im Ausnahmefall Sachverhalte nicht in der Steuererklärung angegeben können bzw. eine von der Verwaltungsauffassung abweichende Rechtsauffassung vertreten, können Sie die Möglichkeit der neu eingeführten Zeile „Ergänzende Angaben zur Steuererklärung“ nutzen (§ 150 Abs. 7 AO, § 155 Abs. 4 AO).

Es ist dabei zu beachten, dass ein Eintrag in dieser Zeile in allen Fällen zu einer personellen Fallprüfung führt, die gegebenenfalls Rückfragen und eine längere Bearbeitungszeit nach sich zieht.

Anträge getrennt von der Steuererklärung einreichen

Es empfiehlt sich aufgrund der geänderten Arbeitsabläufe in den Finanzämtern, Anträge (z. B. auf Änderung einer Bankverbindung oder Anpassung von Vorauszahlungen) getrennt von Steuererklärungen und Belegen zu übersenden. Damit ist sichergestellt, dass wichtige Anträge zeitnah vom Finanzamt bearbeitet werden können.

Letzte Aktualisierung: 16.03.2018