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16.01.2014Land Brandenburg errichtet ersten großen Landesbau in Passivhausbauweise | 3/2014

Neues Fenster: Bild - Perspektive Ergänzungsbau Finanzamt Oranienburg - vergrößern ©DeZwarteHond | wiewiorra hopp schwark

Potsdam/ Oranienburg – Brandenburg geht bei seinem Streben nach umweltbewusstem Bauen und Bewirtschaften der Landesimmobilien einen Schritt weiter. Erstmals plant und errichtet der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) mit dem Ergänzungsbau des Finanzamtes Oranienburg einen Landesbau in Passivhausbauweise sowie nach den strengen Nachhaltigkeitskriterien des Bundes. Der Erweiterungsbau am Heinrich-Grüber-Platz in Oranienburg wird auch architektonisch ungewöhnlich ausfallen. Er bricht bewusst mit seinem Umfeld, in dem sich bauliche Anlagen des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen befinden. 

Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov, der die Fachaufsicht über den BLB als zentralen Dienstleister für die Liegenschaften aller Landesbehörden führt, betont dazu: „Im Koalitionsvertrag hatten sich die Regierungsparteien 2009 darauf verständigt, sich dafür einzusetzen, dass Neubauten von Landesgebäuden in Anlehnung an den Passivhausstandard errichtet werden. Ich bin erfreut, dass wir dieses Ziel nun umsetzen. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch Betriebskostenbudgets.“ 

Der BLB setzt mit dem Projekt den Landtagsbeschluss zum Bauen im Passivhausstandard um. Volker Bargfrede, Kaufmännischer Geschäftsführer des BLB, erklärt: „Wir befinden uns gerade in der Planungsphase und stehen dazu mit allen Beteiligten im regen Austausch. Wir freuen uns auf ein außergewöhnliches Gebäude mit echtem Vorbildcharakter.“ 

Nach dem Passivhausstandard muss der Neubau so konstruiert sein, dass eine möglichst große Energieeffizienz erreicht wird, das Vorhaben aber trotzdem wirtschaftlich bleibt. Auch sind bestimmte Grenzwerte beim Wärmeverbrauch, der Luftdichtigkeit und dem Primärenergieverbrauch einzuhalten. 

Der Erweiterungsbau ist zugleich das erste nachhaltig konzipierte Landesgebäude. Es erfüllt die strengen Nachhaltigkeitskriterien des Bundes, die bisher nur für Bundesbauten gelten. 2012 hatte sich der BLB in einer Selbstverpflichtung entschieden, diese Kriterien am Erweiterungsbau in Oranienburg umzusetzen. Bei diesem Ansatz geht es nicht nur – wie beim Passivhausstandard – um einen geringen Energieverbrauch, sondern um eine ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes. Das Haus muss eine besondere ökologische, ökonomische und soziokulturelle Qualität aufweisen. Der Mensch spielt dabei eine zentrale Rolle: Er soll sich wohl im Gebäude fühlen und optimale Arbeitsbedingungen vorfinden. Beispielsweise wird stets eine maximale Ausbeute des Tageslichts angestrebt – denn das spart Kosten und steigert zugleich das Wohlbefinden. Aber auch an eine flexible Nutzung, eine einfache Instandhaltung und komfortable Reinigung des Gebäudes wird bereits beim Planen gedacht.

Im Herbst 2015 soll Baustart sein. Das Investitionsvolumen beträgt 8,5 Millionen Euro.

Erste praktische Erfahrungen in der Passivhausbauweise konnte der BLB beim Neubau des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe in Cottbus sammeln, welches 2011 fertiggestellt wurde. Anders als in Oranienburg war dieses Gebäude jedoch nicht von Anfang an als Passivhaus geplant. Die beim Bau gewonnenen Erkenntnisse fließen nun in den Oranienburger Erweiterungsbau ein. Zum Energiekonzept dieses Gebäudes gehören ein zukunftsweisender Wärmeschutz, eine hohe Wärmerückgewinnung und eine hoch effiziente Lüftungsanlage, die teils den Wärmebedarf mit abdeckt. Damit konnten Heizeinsparungen von rund 50 Prozent gegenüber konventionell gebauten Häusern erreicht werden. Ferner liegen auch die Werte von zahlreichen zuletzt errichteten Hochschulgebäuden im Land deutlich unter denen, die die Energieeinsparverordnung (EnEV) vorschreibt. 


 

Eckdaten – Erweiterungsbau Finanzamt Oranienburg:

Bauherr: BLB im Auftrag des Landes Brandenburg
Architekten:

Planungsgemeinschaft DeZwarteHond (Köln); wiewiorra hopp schwark architekten (Berlin)

Nutzung: Büros und Archiv für das Finanzamt Oranienburg
Ort: Oranienburg, Heinrich-Grüber-Platz
Maße: ca. 70 Meter Länge, 25 Meter Breite (breiteste Stelle)
Nettogrundfläche: ca. 2.600 Quadratmeter
Nutzfläche: ca. 2.000 Quadratmeter            
Bauzeit:

Herbst 2015 – II. Quartal 2017

Rückbau von zwei landeseigenen Gebäuden auf dem Baufeld: II. Quartal 2014

Investitionsvolumen: 8,5 Millionen Euro

                     

Besonderheiten/ Architektur:

Derzeit ist das Finanzamt im sogenannten T-Gebäude am Heinrich-Grüber-Platz und in drei weiteren Anmietungen im Stadtgebiet untergebracht. Mit dem Neubau wird die Behörde am Heinrich-Grüber-Platz an einem Standort vereint. Der Neubau entsteht an der östlichen Kopfseite des Bestandgebäudes, das neben dem Finanzamt von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten genutzt wird. Das Gebäude war ab 1938 Sitz der zentralen SS-Verwaltungs- und Führungsbehörde für die nationalsozialistischen Konzentrationslager. In der Nachbarschaft befinden sich die baulichen Anlagen des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen und des SS-Truppenlagers.

Der Entwurf der Architekten geht in seiner Verortung, Gestalt und Größe bewusst auf Distanz zu seinem Umfeld. Die Fassade des zweigeschossigen Gebäudes ist in ihrer Höhe dreigeteilt. Jeder Teil entspricht in etwa der Größe eines Menschen. Er gibt keine gerade Fassadenführung. Die drei Gebäudeteile sind so positioniert, dass sie die Linienführung der Gesamtanlage brechen

 

Bilder des geplanten Erweiterungsbaus des Oranienburger Finanzamtes finden Sie unter der Pressemitteilung auf www.mdf.brandenburg.de. Diese senden wir bei Bedarf in druckfähiger Auflösung zu.

Bilder-Nachweis: DeZwarteHond | wiewiorra hopp schwark

 

Download:

  • Lageplan Ergänzungsbau Finanzamt Oranienburg

  • Schnittansicht Ergänzungsbau Finanzamt Oranienburg

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