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Ehrenamtspauschale: Regelungen bei Zahlungen für ehrenamtliche Tätigkeiten

Durch das Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements vom 10. Oktober 2007 wurde in § 3 Nr. 26a Einkommensteuergesetz (EStG) die sogenannte Ehrenamtspauschale eingeführt, die durch das Ehrenamts-Stärkungsgesetz vom 21. März 2013 von bisher 500 € auf 720 € ab dem Kalenderjahr 2013 angehoben wurde. Mit dieser Ehrenamtspauschale werden Einnahmen aus nebenberuflichen gemeinnützigen Tätigkeiten für steuerbegünstigte Körperschaften, wie z. B. gemeinnützige Vereine oder Stiftungen, beim Empfänger im Jahr steuerfrei gestellt.

Mit der Ehrenamtspauschale werden sämtliche Nebentätigkeiten im gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Bereich begünstigt, wie z. B. Tätigkeiten der Vorstandsmitglieder, Kassierer, Bürokräfte, des Reinigungspersonals, des Platzwartes, des Schiedsrichters im Amateurbereich, der Betreuer, Ausbilder, Übungsleiter, Erzieher etc. Die Ehrenamtspauschale kann jedoch nicht zusätzlich für dieselbe Tätigkeit  als Übungsleiter nach § 3 Nr. 26 EStG, für eine nach § 3 Nr. 26b EStG ausgeübte Betreuertätigkeit oder für die eine Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 12 EStG ganz oder teilweise gewährt wird in Anspruch genommen werden.

Nähere Ausführungen hierzu hat das Bundesministerium der Finanzen in seinen Schreiben "Steuerfreie Einnahmen aus ehrenamtlicher Tätigkeit-Anwendungsschreiben zu § 3 Nr. 26a und 26b EStG" (vom 21. November 2014) und "Ehrenamtsfreibetrag, Zahlungen an Vorstandsmitglieder, gemeinnützigkeitsrechtliche Folgerungen" (vom 14.10.2009) gemacht.

Weitere Informationen zur Ehrenamtspauschale sind auch in den Broschüren „Vereine und Steuern“ und „Ehrenamt und Steuern“ des Ministeriums der Finanzen enthalten.

In Tz. 8. des BMF-Schreibens 21. November 2014 erfolgten Ausführungen zur Zulässigkeit von Zahlungen an Vorstandsmitglieder. Hierzu gebe ich folgende zusätzliche Hinweise:

Der Ersatz von Auslagen, die durch Tätigkeiten für den Verein entstanden sind (sog. Aufwandsersatz wie z. B. Reisekosten, Büromaterial, Telefonkosten) ist ohne Regelung in der Satzung zulässig, sofern die Zahlungen angemessen sind. Derartiger Aufwandsersatz kann an alle Personen gezahlt werden, die für den Verein tätig sind.

Davon zu unterscheiden ist die Zahlung von Tätigkeitsvergütungen (Vergütungen für Arbeits- und Zeitaufwand). Die Zahlung derartiger Tätigkeitsvergütungen an Vorstandsmitglieder ist nur zulässig, wenn die Satzung hierfür eine entsprechende Regelung enthält. Die Regelung ist erforderlich, weil ehrenamtliche Tätigkeiten grundsätzlich unentgeltlich erfolgen und eine gemeinnützige Körperschaft ihre Mittel ausschließlich für die satzungsmäßigen Zwecke verwenden darf. Ein Verein, der Tätigkeitsvergütungen an den Vorstand leistet, ohne eine entsprechende Regelung in der Satzung vorzusehen, verstößt gegen das Gebot der Selbstlosigkeit und gefährdet u. U. seinen Status als steuerbegünstigte Körperschaft.

Es gibt keine festen Vorgaben für die Satzungsformulierungen. Bei Zweifeln wird Sie das zuständige Finanzamt hierbei unterstützen. Mögliche Formulierungen sind z. B.:

„Der Vorstand ist ehrenamtlich tätig. Vorstandsmitglieder können eine angemessene Tätigkeitsvergütung erhalten.“

oder

„Der Vorstand ist ehrenamtlich tätig. Die Mitgliederversammlung kann eine jährliche Tätigkeitsvergütung für Vorstandsmitglieder beschließen.“

Tätigkeitsvergütungen an andere Personen, als Vorstandsmitglieder, die für den Verein tätig sind, sind zulässig, wenn sie durch das hierfür zuständige Gremium (z. B. die Mitgliederversammlung) beschlossen wurden.

Wird die Tätigkeitsvergütung nach der Auszahlung an die Körperschaft zurückgespendet oder auf den (satzungsmäßigen oder vertraglichen) Vergütungsanspruch verzichtet, liegt grundsätzlich eine steuerlich abziehbare Zuwendung vor. Hierfür kann eine Zuwendungsbestätigung ausgestellt werden.

Letzte Aktualisierung: 09.11.2015